Ehemaliger künstlerischer und organisatorischer Gesamtleiter des OJO


Hermann Seitz

Von Februar 1999 bis Juni 2017 künstlerischer und organisatorischer Gesamtleiter des Orchesters. 

Hermann Seitz übernahm das Orchester kurz nach seiner Gründung. Mit unermüdlichem Engagement setzte er sich für das Orchester ein, generierte Fördergelder, organisierte Konzerte, Konzertreisen und dirigierte das Orchester kompetent mit außergewöhnlicher musikalischer Hingabe. In den Jahre seiner Leitung schaffte es Hermann Seitz ein Orchester zu formen, welches er durch viele bekannte und unbekannte Werke der Musikliteratur führen konnte.

Dabei verfolgte Seitz stets ein ehrgeiziges Ziel: Seine Vision war es, Kinder und Jugendliche durch die Kraft der Musik zu verbinden und  in Kontakt zu bringen, unabhängig von ihrem sozialen Umfeld und Verhältnissen.

So arbeitete unter Hermann Seitz das Orchester musikalisch zusammen mit Behinderten, mit Straßenkindern aus Kinshasa im Kongo und mit Flüchtlingen. Hermann Seitz bemerkenswerte Arbeit mit dem Orchester findet Bestätigung in einer ganzen Reihe von Preisen und Auszeichnungen, welche auf entsprechende Projekte zurückgehen. 

 

Werdegang

Die Erlebnisse des gemeinsamen Singens auf dem elterlichen Bauernhof, ein Freund seines Vaters, der sehr gut Akkordeon spielte und die Kirchenmusik beim Sonntagsgottesdienst in seiner Heimatpfarrei Kirchendemenreuth in der nördlichen Oberpfalz waren für Hermann Seitz wesentliche Bausteine, die seinen Bezug und seine Liebe zur Musik grundgelegt haben. In den Jugendjahren waren die Singwochen des Jugendchores des Fränkischen Sängerbundes unter der Leitung von Karl-Heinz Malzer - das direkte Vorbild für die OJO-Probenphasen - wegweisend und prägend. An das Studium für Musik und Religion für das Lehramt an Realschulen an der Universität Regensburg schloss sich ein Studium in der Dirigentenklasse an der Musikhochschule Wien. In dieser Zeit kam er in Berührung mit Dirigenten und Musikern von Weltrang wie Claudio Abbado, Riccardo Muti und Nikolaus Harnoncourt und hatte als Sänger im Arnold-Schönberg-Chor Gelegenheit, selbst mit ihnen zu musizieren. 

Sein Interesse an Musiktherapie und Musikethnologie sowie seine Auseinandersetzung mit innermenschlichen, sozialen und  gesellschaftlichen bis hin zu weltpolitischen Vorgängen schlugen sich nieder in dem Stil, in dem er die Arbeit des Ostbayerischen Jugendorchesters gestaltete: den jungen Menschen einen Platz zu schaffen, um Freude am gemeinsamen Musizieren auf anspruchsvollem Niveau zu erleben, gleichzeitig aber auch die verbindende Kraft der Musik zu nutzen, um die jungen Musikerinnen und Musiker mit Menschen in Kontakt zu bringen, die in ganz anderen Umfeldern und Verhältnissen leben als sie selbst: mit Behinderten, mit Straßenkindern aus Kinshasa im Kongo, mit Flüchtlingen. Die Preise, die das Orchester in den Jahren 2013 bis 2015 erhalten hat, gehen auf die entsprechenden Projekte zurück.